Bericht der  RHV zur Jahreshauptversammlung des Heimatvereins am Samstag, den 18.03.2017 im "Winklersaal" Bürgerhaus zur Krone


Stabwechsel beim Gmünder Heimatverein


Die 1. Vorsitzende Brigitte Schwarz tauschte mit Michael Gsaenger die Plätze und gab nun die Verantwortung an ihren bisherigen Stellvertreter ab. Sie versprach, auch weiterhin für den Verein da zu sein, möchte aber künftig ihrer Familie und besonders den Enkeln mehr Zeit widmen. Die Neuwahl brachte auch Veränderungen bei den Beisitzern: Ausgeschieden sind Doris Kittsteiner, Gaston Richter, Rolf Driesslein und Karl- Ludwig Drießlein. Ihnen allen und besonders Gitti Schwarz galt herzlicher Beifall. Das neue Gremium bilden Günther Ackermann, Sigrid Hell, Martin Kaiser, Georg Koch, Günter Mainka, Ben Schwarz,  Loni Schwarz, Georg Vogel und Manfred Zebisch. Schriftführer Egid Herzner und Kassier Alois Seidler führen ihre Ämter weiter. Nach den Worten von Michael Gsaenger steht der Verein wie kein anderer in Georgensgmünd für die Pflege von Geschichte und Kultur. Der neue "Chef" ist durch seine Eltern Edith und Wolfgang mit dem Heimatverein aufgewachsen, hat zwischendurch "eine Pause" eingelegt und dann  wieder entdeckt, wie wichtig die Arbeit ist, die dessen Mitglieder in viel-fältigster Form leisten. Seitdem ist er wieder "voll dabei".

 

 

 

Die scheidende Vorsitzende berichtete von einem Jahr voller Aktivitäten. Sei es die Mitwirkung beim Hauslacher Dorffest anlässlich des 700jährigen Bestehens und der Herausgabe des Buches über die Geschichte des Hopfenbauerndorfes. Eine Wanderung und eine Ausstellung ergänzten das Programm rund um das Jubiläumsdorf. Von der Familie Distelrath erhielt der Heimatverein Teile einer alten Seilerei, die dann gleich am Wasserradfest vorgeführt wurde. Ein anderes wertvolles Relikt aus der Gmünder Vergangenheit hatte Hans Walter in seinem Keller in Verwahrung und übergab es an den Verein als Verwalter des Historischen Archivs der Gemeinde: das Werk der 265 Jahre alten Turmuhr der Georgskirche. "Vor allem Kinder kennen so etwas gar nicht mehr und wir suchen einen Platz, wo man sie dauerhaft und geschützt aufstellen kann" sagte Brigitte Schwarz. Sie ermunterte die Mitglieder, ihre Ideen und Vorschläge einzubringen. Die Kirchweihausstellung widmete sich dem 350 Jahre alten  Schlösslein und der Verein begleitete die Einrichtung eines Wanderweges über Erzabbau und -verarbeitung, den Georg Vogel initiierte. Der Heimatverein förderte mit Spenden unter anderem die Sanierung des Wasserradhäuschens und beteiligte sich an Ferienprogramm und Weihnachtsmarkt. Aber nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft hat der Verein im Blick. Martin Kaiser lädt die Jugend ein, mit ihm auf Schatzsuche zu gehen mit Geocatching, einer Art virtueller Schnitzeljagd, oder Satellitennavigation.  Weitere Einzelheiten gibt es auf der Homepage des Heimatvereins. Feste Termine im laufenden Jahr sind die Teilnahme an der geoMesse am 13. und 14. Mai und die Kirchweihausstellung mit Werken von Molli Trillitzsch anlässlich ihres 80. Geburtstages und des Glaskünstlers Rudolf Stowasser.  

 

 

 

Mit einem dicken Dankeschön und Blumen ehrten Brigitte Schwarz und Michael Gsaenger die Jubilare. Vor 25 Jahren traten Ingeborg Böhmichen und Inge Vogel dem Verein bei und schon 40 Jahre gehören ihm Günther Böhm und Karl- Ludwig Drießlein an. Als weiterer Höhepunkt entpuppte sich die Vorführung eines wieder entdeckten Films über die Pinselmacherei bei der Firma Winter, die 1989 schloss. Adolf Wuttke zeigte damals detailgenau, wie viel Handarbeit und Sorgfalt in den ganz unterschiedlichen Pinseln steckten. Mit Wehmut verfolgten die Heimatfreunde dann die Bilder vom Abbau und vom Abtransport der Maschinen. Die Bitte der Verantwortlichen ging an alle Zuschauer: Alte Filme, auch Videos, so schnell wie möglich an den Heimatverein geben, denn sie altern und ihre Qualität verschlechtert sich. Der Verein lässt sie digitalisieren, führt sie dem Historischen Archiv zu und bewahrt so ein Stück Erinnerung an längst vergangene Zeiten.  

 

 

 

Text und Fotos:   Irene Heckel

 

 

 

 

 


Wanderung mit Einweihung Themenwege  am 16. Oktober 2016


"Bergbau in Georgensgmünd"


... weitere Bilder zum anschauen und/oder herunterladen finden Sie unter https://opa.cig2.canon-europe.com/s/cp/EUx2Yg3HD2T.

 

Belohnt mit schönstem Herbstwetter waren rund 60 Teilnehmer bei der Wanderung am 16. Oktober 2016 der Einladung von der Gemeinde und dem Heimatverein Georgensgmünd gefolgt, sich auf dem neuen Rundwanderweg die Spuren des Bergbaus im Hauslacher Erzabbaugebiet vor Augen führen zu lassen – von einem Heimatforscher aus Leidenschaft: Georg Vogel.

 

Bei der Begrüßung am Treffpunkt „Wasserradparkplatz“ freuten sich Bürgermeister Ben Schwarz und Heimatvereinsvorsitzende Brigitte Schwarz, dass mit der Vorstellung des Themenweges „Bergbau in Georgensgmünd“ die historischen Rückblicke auf 700 Jahre Hauslach und 350 Jahre Schlösslein und Friedrichsgmünd ihre Abrundung fanden und die erstaunliche Entwicklung des Ortes bewusst werden ließen.

 

Deshalb bedankten sie sich im Namen aller bei Georg Vogel für die aufgestellten fünf Tafeln mit den Informationen, die er in jahrelanger Forschungsarbeit zusammengetragen hat und dafür, dass er sich bei den jeweiligen Grundstücksbesitzern im Vorfeld das Einverständnis für die Platzierung der Schautafeln eingeholt hatte. Selbstverständlich ist dieser neue Themenweg für Georgensgmünd ein „Pilotprojekt“, das hinsichtlich Beschilderung und Einbindung in das Wanderwegenetz des Landkreises Roth der weiteren Ausarbeitung bedarf. Außerdem sind noch weitere Themenwege geplant.

 

Mit lebendigen und fachkundigen Erläuterungen zog Georg Vogel auf dem Rundgang an jeder Station die interessierte Zuhörerschaft in seinen Bann und schärfte vor Ort den Blick für die Spuren der Erzgewinnung. In Waldstücken versteckt findet man nämlich noch Hinweise auf den früheren Schacht-Bergbau, die Gruben, die sogenannten „Pingen“, deren wissenschaftliche Auswertung eine Aufgabe für zukünftige Heimatforscher sein könnte. Und bei der Vorstellung des ehemaligen Hochofens in der Nähe der Hammermühle erbrachte Georg Vogel am Schluss den eindeutigen Beweis der historischen Eisenproduktion in Georgensgmünd: die in den Flussniederungen der Fränkischen Rezat auffindbaren „blauen Steine“, die als Abfallprodukt entstandene blaue Hochofenschlacke.

 

Diese lehrreiche Führung wurde mit großem Beifall bedacht – nicht zuletzt auch deshalb, weil alle gebotenen Informationen zum Thema Bergbau in Gmünd in der Homepage des Heimatvereins nachzulesen sind.

 

Neben diesen Informationen sind dort auch die Wegpunkte des Rundweges als „GPX“-Datei erhältlich. Mit Outdoor-Navigationsgeräten und Smartphone-Apps kann damit der Wegverlauf nachvollzogen und zur Routenführung verwendet werden.

 

Für Interessierte plant der Heimatverein demnächst eine Informations- veranstaltung über die Möglichkeit, solche Daten selbst zu erfassen und zu nutzen.

 

  

 


Übergabe Seilereimaschine von Firma Distelrath


Wer heute die Hauslacher Straße zwischen Georgensgmünd und Hauslach befährt, denkt sicher nicht daran, dass sie bis 1955 dem Seiler Hans Pfisterer zwischen der Schlosserei Haarländer bis zur Höhe des heutigen Leichenhauses als Seilerbahn diente.  Das Ehepaar Luise und Hans Meier bekam zur Hochzeit 1955 das letzte von ihm gefertigte Werkstück, eine Wäscheleine, als Geschenk. Die Seilerei Rößlein in der Steinbacher Straße dagegen fertigte offensichtlich nur kurze Seilerwaren "oben auf dem Boden des Stadels", denn von dort hörte man manchmal die Geräusche der sich drehenden Maschine. Das Anwesen der Familie Heiden am Anger war der dritte Handwerksbetrieb dieser Art im Gmünder Zentrum. Schon 1803 übte dort Georg Friedrich Schuh sein Handwerk aus. 1891 kam es durch die  Heirat mit Walburga Schuh an Christoph Karl Heiden. Auf einem alten Foto kündet ein Schild "Seiler-Waaren von Karl Heiden"  von der Tätigkeit der Besitzer. Die Seiler verwendeten Hanf oder auch den gröberen Flachs. Metalldrähte drehte Carl Haarländer noch in den  30er Jahren zu Drahtseilen. Die Seile fanden im Haushalt, auf den Bauernhöfen, aber auch als Schnüre für die selbst gebastelten Drachen der Kinder Verwendung.   

 

Eine solche Vorrichtung fand die Familie Distelrath im Keller des ehemaligen Pfisterer- Hauses, das sie 1980 erwarb. "Wir haben zwar nichts damit anfangen können, wollten es aber auch nicht wegwerfen." sagen Hiltrud und Norbert Distelrath, Nach der Vorführung beim Erzählnachmittag des Seniorenbeirats und der An-kündigung des Heimatvereins, der das alte Handwerk am Wasserradfest vorführen wollte, stand für sie fest ´Unseren Kellerfund bekommt der Heimatverein für seine historische Sammlung´. Loni Schwarz und Egid Herzner vom Verein restaurierten mit Hans Paukner das alte Gerät. Am Wasserradfest demonstrierte Paukner das Seiledrehen sowohl  mit dieser als auch mit seiner eigenen Maschine. Das war dann auch die gute Gelegenheit für das Ehepaar Distelrath zur Übergabe an die Heimat-vereinsvorsitzende Brigitte Schwarz, die sich über diesen Neuzugang sehr freute. Hans Paukner zeigte gekonnt, wie man gleichmäßige Seile dreht. Viele Besucher  nutzten die Gelegenheit und drehten selbst an der Kurbel mit den Schnüren, um ihr ganz persönliches Seil mit nach Hause zu nehmen. Und auch Hiltrud Distelrath setzte sich an die Kurbel und nahm sich ein Seil aus Eigenproduktion mit als Erinnerung an die alte Seilermaschine aus dem Keller, die nun in guten Händen und sorgfältig dokumentiert ist.   

 

 

Text und Foto: Irene Heckel                                                         

 


Bericht der RHV/Herrn Robert Unterburger vom 03.08.2015


"Historische Sammlung"



Vorabbericht mit Bilder von Irene Heckel


Ausgabe RHV vom 31.07.2015


 


 

 

"Schätze aus der

historischen Sammlung"

 

 

 

 


heißt die Ausstellung des Heimatvereins zur Gmünder Kirchweih 2015. Diese Schätze befinden sich ansonsten im Archiv der Gemeinde und des Vereins, der sich unter anderem der Pflege und Weiterentwicklung seiner historischen Sammlung widmet. Gezeigt werden Schriften und Pläne des Gmünder Heimatforschers Fritz Glenk, Nachlässe der Familien Schaller und Schuh sowie Urkunden, Luftaufnahmen und Pläne. Der Heimatverein will mit dieser Ausstellung seine Arbeit für die Historische Sammlung im Gemeindearchiv (Haus der Geschichte) an einigen Beispielen aufzeigen und die Mitmenschen anregen, Fotos, Postkarten, Alben, Nachlässe und anderes heimatkundliches Material nicht zu "entsorgen". Heimatverein und Gemeinde nehmen diese Sachen gerne entgegen und nutzen auch die Möglichkeit der Digitalisierung, so dass die Leihgaben auf Wunsch auch wieder zurück gegeben werden können.    

 

 

 

Das Motto geht auf das Büchlein von Fritz Glenk "Aus meinem Schatzkästlein" zurück, das er 1978 herausgab. Schon früh nahm sich der Gmünder Eisenbahner auch der jüdischen Vergangenheit seines Heimatortes an, forschte und sammelte. Die beachtlichen Ergebnisse seiner Arbeit  hielt er unter anderem fest in kleinen Büchlein über die Juden und den Judenfriedhof, die Ende der 80er Jahre erschienen. Der Hobby- Historiker, dem es vor allem um die lokale Geschichte ging, arbeitete sich für seine Recherchen sogar in die Grundlagen der hebräischen Sprache ein. Für das Gmünder Geschichtsbuch, für das die Ortsgeschichte inzwischen wissenschaftlich erforscht wurde, hat das Archiv von Fritz Glenk einen wichtigen Beitrag geleistet.

 

 

 

Das "alte Gmünd" lässt der Heimatverein anhand von 18 Luftbildern aus den Jahren 1930 bis in die 60er Jahre wieder auferstehen. Es lohnt sich, etwas Zeit mitzubringen und genau hinzusehen bei dieser spannenden Schatzsuche. Ein Foto, aufgenommen um 1950, vereint legendäre Gebäude, die man sonst eher von Einzelaufnahmen kennt: das Waaghäuschen und das alte Stoll- Haus am Marktplatz, die Firma Schaller an der Rezat und den Stegwirt. Zukunftsmusik war damals noch die Brücke der Staatsstraße über die Rezat am Bruckespan, der Verkehr führte über die Brücke am Marktplatz. 

 

 

 

Die Ausstellung im Gmünder Schlösslein öffnet am Kirchweihfreitag um 18.30 Uhr mit der Vernissage. Sie ist an den Kirchweihtagen einschließlich Montag jeweils von 15 bis 19 Uhr geöffnet.  

 



Bericht in der RHV vom 29.10.2014


„Neu-Gmünder entdecken ihre Gemeinde“


 

Beim Neubürgerempfang erhielten Zugezogene die Gelegenheit, ihre Wahlheimat sowie Vertreter aus Verwaltung und Politik in ungezwungener Atmosphäre kennenzulernen.

 

Bei strahlendem Sonnenschein versammelte sich die bunt gemischte Gruppe am frühen Nachmittag am Bahnhofsbrunnen. Bürgermeister Ben Schwarz begrüßte die Teilnehmer und übergab das Wort an den Gästeführer Gerd Berghofer. Dieser erzählte sogleich von den drei sagenhaften Brüdern Georg, Friedrich und Peter, die der Legende nach Georgensgmünd gegründet haben. Während die Erwachsenen gespannt zuhörten, nutzten die Kinder die Zeit, sich die Bronzeabbildungen der Brüder am Brunnenrand genauer anzuschauen. Weiter ging es zum malerischen Ensemble rund um das aufwändig sanierte Schlösslein,  vorbei am historischen Wasserrad und über den bei den Gmündern so beliebten Angersteg zur Synagoge. Im Anschluss folgte ein kurzer Spaziergang über den Jüdischen Friedhof. Der gelungene Mix aus Geschichte und Gegenwart ließ die zweistündige Führung wie im Fluge vergehen.

 

Im Bürgerhaus "Zur Krone" konnten Groß & Klein erst mal ihren Durst löschen, bevor Ben Schwarz die Gemeinde vorstellte und einige Eckdaten zu Haushalt, Einwohnerzahlen, Schule, Kindergärten, gemeindlichen Einrichtungen und Freizeitangeboten nannte. Auch der Heimatverein nutzte die Gelegenheit, um sich und seine Tätigkeiten vorzustellen. Die Vorsitzende Brigitte Schwarz betonte, dass alle, die auf der Suche nach einem neuen, sozialen Engagement seien, natürlich jederzeit beim Heimatverein oder bei einem der anderen Gmünder Vereinen Anschluss finden könnten. Die Kleinen machten sich unterdessen mit dem Gmünder Wappen vertraut und malten flink die Flussmündung, die Hopfendolden und das Kreuz des Heiligen St. Georg in den richtigen Farben aus.

 

Beim gemeinsamen Abendessen, bei dem es natürlich Bratwürste als echte, fränkische Spezialität gab, ließ man den Abend in gemütlicher Runde ausklingen.

 

Text:     Nina Schuster

Bilder:  Nina Schuster und Manfred Zebisch

 


Georgensgmünder Kulturtreff


"Wunder des Lichts"



 

Das Duo Barbara Schofer und Stefan Hippe brachte im Rahmen des Georgensgmünder Kulturtreffs das „Wunder des Lichts“ in die ehemalige Synagoge mit traditionellen Liedern und Texten aus dem jüdischen Leben. Die Sprache der musikalischen Beiträge war das Jiddisch der europäischen Juden.

 

Die Nürnberger Juristin steht seit vielen Jahren auf der Bühne - mit acht Jahren hatte sie ihren ersten Auftritt- und hat auch die entsprechende Ausbildung genossen. Sie stellt die Programme zusammen und schreibt am liebsten Lyrik. Ihr musikalischer Partner spielt seit seinem 17. Lebensjahr Akkordeon. Er arbeitet mit dem Staatstheater Nürnberg zusammen, leitet das Nürnberger Akkordeonorchester und unterrichtet seit zehn Jahren an der Universität Erlangen - Nürnberg. Für ihn war es ein "Heimspiel", denn seit fünf Jahren lebt er in Georgensgmünd. Mit Stimme und Instrument in wohltuender Harmonie erzählen die beiden viele bezaubernde, nachdenklich machende und fesselnde Geschichten. Die Musik- und Gesangsstücke beginnen mit dem typischen langsamen, später mitreißenden Rhythmus, die Erzählungen mit Tiefgang trotz des vordergründigen Humors, in den sie oft verpackt sind, immer irgendwo zwischen Lachen und Weinen angesiedelt.

 

Das Chanukka- Fest ist von großer Bedeutung im jüdischen Jahresablauf. Es wird alljährlich am 25. Tag des Monats Kislew, also im November oder Dezember, gefeiert und dauert acht Tage. Stefan Hippe widmet dem Lichterfest das Stück "Chanukka, oh Chanukka" mit der Aufforderung zum Tanzen und Singen. An acht Abenden wird je eine Kerze angezündet, und vom Rätsel, warum so ein Chanukka- Flämmchen auf Reisen ging, erzählt Barbara Schofer. Es verschwand abends und kehrte erst gegen Mitternacht zurück. Erst als ein zerzauster armer Reisender erschien, der überfallen und in einen dunklen Keller gesperrt worden war, und von seiner wunderbaren Rettung berichtete, klärte sich die Frage. Das Lichtlein hatte ihn im Wald vor den wilden Tieren beschützt und sogar noch die Räuber überzeugt, zu einem ehrlichen Leben zurückzukehren. Berührend auch die Legende vom Trinkspruch "Sollst leben!". Ein junger Mann wollte einen heiligen Rabbi besuchen, wurde von diesem aber barsch zurückgewiesen: "Geh heim!" Traurig trat er die Heimreise an, traf aber unterwegs im Gasthaus Chassidim, also Fromme, die ihm immer wieder zuriefen "Sollst leben" und ihn erneut mit zurück nahmen auf ihrer Reise zum Rabbi. Diesmal wurde er von ihm freundlich begrüßt und auf seine erstaunte Frage, was diesen Sinneswandel bewirkt habe, antwortete dieser: "Dein Tod war beschlossen und ich schickte dich heim, damit du zu Hause sterben kannst! Aber weil alle dir das Leben wünschten, wurde der Beschluss im Himmel umgestoßen." Der Rabbi schloss daraus: Zehn Fromme bewirken im Himmel mehr als ein Rabbi!

 

Aber fröhliche Kinderlieder wie das "Huljet huljet kinderlech" von Mordechai Gebirtig sind ebenfalls Teil des Abends. "Spielt eich, liebe Kinderlech, der Frühlingsschein beginnt, denn vom Frühling bis zum Winter ist ein Katzensprung...". Der jüdisch-polnische Poet und Komponist starb im Juni 1942 im Krakauer Ghetto und hinterließ der Nachwelt eine Fülle von Liedern aus dem Alltag der kleinen Leute, vom Kinderlied bis zu Arbeitergesängen, in denen er zum Widerstand aufruft. Eine wunderbare Utopie nennt Barbara Schofer das letzte Lied im Programm, in dem eine friedliche Welt beschworen wird: "Ale brider...".

Das zärtliche Schlaflied "Kiwele" , ebenfalls aus der Feder von Gebirtig, ist die Zugabe des Duos. Die Mutter liest dem Kind ein Briefchen vom fernen Vater vor, der ihm viele Küsse schickt und es mahnt, es solle schlafen und nicht mehr weinen.

 

Text und Foto:   Irene Heckel

 


Bericht in der RHV vom 04.08.2014


 

Liegt die künstlerische Begabung bei den Gsaengers an den Genen? fragte Bürgermeister Ben Schwarz bei der Eröffnung der Kirchweihausstellung des Heimatvereins. Fast könnte man das annehmen, wenn man die Notiz des damals kleinen, heute zehnjährigen Jakob liest, könnte man es fast meinen. Er stand in der Rechtschreibung zwar noch ganz am Anfang, aber wusste schon genau, was er wollte: "Mein Traumberuf ist Architeckt. Das ist Handwerkliche Berufe und im Büro Arbeiten und das andere ihr Haus grigen." Dieses Bekenntnis ist Programm, wird in der Familie in Ehren gehalten und ziert eine Wand im Wohnhaus. An guten Beispielen mangelte es ihm nicht, wie die Ausstellung des Heimatvereins zur Gmünder Kirchweih zeigt. Aber der Georgensgmünder Bürgermeister beantwortete die Frage gleich selbst, denn auch der "angeheiratete Teil" der Familie bringe die Liebe und Begabung zur Kunst mit. Im Georgensgmünder Schlösslein zeigen sie die Fülle und Vielfalt Ihres Könnens - und gleichzeitig ein Stück Familienphilosophie, bei der die Kunst in so vielen Facetten allgegenwärtig ist. "Der Name Gsaenger Petersgmünd bezeichnet eine immer weiter sprudelnde Quelle künstlerischen Geistes, und unbändige Schaffensfreude", formuliert es Dr. Ulrich Kerkhoff als Laudator. Die Feier umrahmte ein Ensemble für Alte mit Musik des 16. und 17. Jahrhunderts, darunter "Pastime with Good Company" des englischen Königs Heinrich VIII.

 

Brigitte Schwarz als Vorsitzende des Veranstalters begrüßte im Schlössleinshof ein großes Publikum, darunter Landrat Herbert Eckstein, Altbürgermeister Klaus Wernard, die ehemaligen Vorsitzenden Karl Hirschmann und Günter Heckel sowie viele Mitglieder des Gemeinderats. Die Petersgmünder Großfamilie habe das Schlösslein mit ihren Schätzen gefüllt und lade zum Staunen und Bewundern, zum Gespräch und "Nah- Erlebnis" dieses kreativen Familienbandes ein. Auch der 1999 verstorbene Wolfgang Gsaenger sei in seinen Werken wie dem Veilchenstrauß aus dem Jahr 1940 gegenwärtig. Die Einführung zur Ausstellung übernahm dessen Schwiegersohn Dr. Ulrich Kerkhoff, Kunsthistoriker beim Amt für Denkmalpflege in Mainz. Als Teil dieser Familie rief er die Erinnerung wach an Wolfgang Gsaenger, dessen Wurzeln in der väterlichen Zimmerei, dem bäuerlichen Umfeld, seinem tiefen Glauben, die große Bescheidenheit und die Achtung vor der Schöpfung lagen. Zahleiche Kirchen von der Rhön bis nach München tragen seine Handschrift. "Schau doch nur, wie schön das Haus dasteht" sei einer der Sätze, die er nie vergessen werde. Seit 1956 stand seine Frau Edith, eine gebürtige West¬fälin mit Nürnberger Mutter, an seiner Seite. Die studierte Malerin und Textilkünstlerin teilte von nun an nicht nur sein künstlerisches Leben, sondern meisterte auch ihre vielen Aufgaben als Mutter dreier Kinder oder Gastgeberin mit immer offenem Haus. Daneben malte und zeichnete sie, gestaltete zahlreiche Paramente wie die Leihgabe aus der Nürnberger Gethsemanekirche und arbeitet derzeit an einem neuen für St. Leonhard. Auch Tochter Barbara absol¬vierte nach ihrem Architektur- noch ein Malstudium in München. Ihr malerisches Talent (Öl, Aquarell und Zeichnung) verfeinert sie gern in Südfrankreich, wohin sie immer wieder mal "ausbüxt". Vor allem aber unterrichtet alle ihre Neffen und Nichten und begleitet sie auf deren Weg voller Freuden und Mühen in die künstlerische Arbeit. Seit einigen Jahren illustriert sie Bücher mit und ohne Text, in denen sie die unterschiedlichsten Impressionen verarbeitet von Biarritz bis zum Weiher im heimischen Garten. Diese Bücher erscheinen in Kleinstauflagen, denn auch sie sind von Form und Inhalt her echte Kunstwerke. Ihre attraktive äußere Erscheinung verdanken sie der Buntpapiergestalterin und Buchbinderin Sabina Kerkhoff. Sie bringt neben einer ornamentalen Veranlagung auch noch die Begabung für Musik, Malerei und angewandte Kunst mit viel Sinn für das Praktische mit. Sabina ist darüber hinaus Schreinergesellin, Kirchenmusikerin und Restauratorin für Musikinstrumente. Ein Schachtelturm auf dem Büchertisch zeigt, wie schön Dinge des täglichen Lebens sein können. Michael, der das Büro des Vaters weiter führt, ist mit zwei Bildern aus Kindertagen mit vielen Fahrzeugen vertreten, die durch Akkuratesse und Farbigkeit auffallen. Seine Frau Kathrin, gelernte Lehrerin und Raumausstatterin, bereichert die Ausstellung durch einen ganz anderen Akzent aus ihrem Haus: Mit feinen Stoffen gepolsterte Stühle. Deren Tochter Luisa studiert- wie könnte es anders sein- Kunstpädagogik und stellt unter anderem eine Serie von Stillleben aus ihrer Bewerbung an der Akademie aus.

 

Im "Kinderzimmer" im Erdgeschoß sind Frühwerke zu sehen: Hannes hat seiner Phantasie mit einer Art Weltraumbahnhof freien Lauf gelassen. Jakob malt und zeichnet nicht nur gerne, sondern betätigte sich schon mit acht Jahren als Konstrukteur. Sehenswert sind seine drei Schachteltheater mit beweglichen Figuren, Landschaft und Tieren, alles aus Papier. Als technische Raffinesse genügt ein Zug an einem Papierband und passend zur Waldszene ertönt Vogelgezwitscher.

 

Die Ausstellung öffnet nochmals am kommenden Wochenende,

Samstag 9. und Sonntag 10. August jeweils von 15 bis 19 Uhr.

 

 

Text und Fotos: Irene Heckel

 



Für das Jahr 2017

 

 

 

wünschen wir Ihnen

 

viel Gesundheit und viel Freude!

 

 

 

Herzlich bedanken wir uns bei allen, die unsere Arbeit unterstützen.


Bilder von der Vernissage zur Kirchweihausstellung 2017

 

 

fotografiert von Martin Kaiser

 

 



 Aquarell von Hans Trillitzsch


Nächste Sitzung:

 

Vorstand und Beirat:

Donnerstag, 23.11.2017 um 19:30 Uhr

 

Vereinszimmer, Synagoge


Bitte heute schon vormerken:

 

Unsere diesjährige Wanderung zwischen den Jahren

führt uns am 30.12.2017 nach Spalt in den "Bayerischen Hof"

 

Nähere Einzelheiten werden noch bekanntgegeben.

 


Weitere detaillierte Informationen finden Sie auf diesen Seiten:

 

Aktuelles vom Heimatverein, Themenwege (neu),

Presse, Rundschau, Rückblick, Veranstaltungen 2016,

sowie der Historischen Sammlung.


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